Familiärer Brustkrebs

 

Das Risiko einer Frau, an Brustkrebs zu erkranken, ist durchschnittlich zwei- bis dreimal höher, wenn bereits die Mutter oder eine Schwester von der Erkrankung betroffen war. Doch bereits bei weiter entfernten Verwandten lässt sich statistisch kein Zusammenhang mehr nachweisen. Wenn also bei Ihrer Großmutter oder einer Tante Brustkrebs diagnostiziert wurde, ist Ihre Gefahr, selbst daran zu erkranken, nicht größer als bei anderen Frauen.

Hier finden Sie einen kostenlos erhältlichen Ratgeber zum familiären Brust-und Eierstockkrebs.

Hier finden Sie eine Übersichtsarbeit zum Thema Familiäres Mamma- und Ovarialkarzinom aus Mai 2011.

Die „Brustkrebsgene“
Für die familiäre Form des Brustkrebses werden heute vor allem zwei Gene verantwortlich gemacht: BRCA1 und BRCA2 (engl. für breast cancer). Aufgabe dieser Gene ist es eigentlich, defekte Zellen zu reparieren oder „abzuschalten“. Wird etwa die DNA einer Zelle (beispielsweise durch Mutation oder Umwelteinflüsse) so beschädigt, dass sie nicht mehr repariert werden kann, lösen BRCA1 und -2 einen programmierten Zelltod aus. Diese Maßnahme verhindert unter anderem eine unkontrollierte Wucherung des Zellgewebes und damit die Entstehung eines Tumors. Es kann jedoch vorkommen, dass diese beiden wichtigen Gene selbst mutieren oder beschädigt werden und ihre Funktion nicht mehr erfüllen können. Defekte Zellen werden dann nicht mehr daran gehindert sich zu teilen und ein Krebsgeschwür kann leichter entstehen.

Mutationen der BRCA1- und BRCA2-Gene sind erblich. Personen, die ein defektes BRCA1-Gen aufweisen, haben generell eine höhere Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken. Frauen haben ein sehr hohes Risiko, Brust- oder Eierstockkrebs zu bekommen, doch treten in den betroffenen Familien vermehrt auch Dickdarm- und Prostatakrebs auf. Ähnliche Folgen zieht ein mutiertes BRCA2-Gen nach sich: Für Frauen erhöht sich das Brustkrebsrisiko stark, das Risiko einer Erkrankung an Eierstockkrebs leicht.

Die Forschung vermutet neben diesen beiden die Existenz weiterer Gene, die als Verursacher einer Krebserkrankung in Frage kommen. So wurde vor kurzem etwa ein Gen BRCA3 entdeckt. Die genaue Wirkung dieser Gene und ihrer Kombinationen ist bislang jedoch kaum bekannt.

 

Diagnose
Ob bei Ihnen eine solche Mutation vorliegt, kann mit einem Gentest festgestellt werden. Dazu werden Zellen aus dem Körper entnommen (z.B. aus dem Blut) und im Labor einer DNA-Analyse unterzogen. Eine Untersuchung ist auch dann noch möglich, wenn bereits ein Krebserkrankung aufgetreten ist. Die benötigten Zellen können dann auch direkt aus dem Tumor entfernt werden.

Der Test kann Auskunft geben, ob Ihr persönliches Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, erhöht ist. Bitte bedenken Sie jedoch, dass ein positives Testergebnis (d.h. es wurde eine Genveränderung festgestellt) keinesfalls bedeutet, dass Sie mit Sicherheit an Brustkrebs erkranken werden! Genausowenig gibt der Test Auskunft darüber, wann eine Krebserkrankung auftritt. Sie müssen sich jedoch anschließend mit den Konsequenzen auseinandersetzen. So können vorbeugende Maßnahmen das Risiko nur mindern, aber nicht völlig ausschalten. Sie sind zudem mit hohen körperlichen und psychischen Belastungen verbunden. Eine radikale Maßnahme wie die Mastektomie (d.h. die Entfernung) beider Brüste beispielsweise hinterlässt immer Reste des Brustgewebes, in dem weiterhin ein Tumor entstehen kann, auch wenn das Risiko damit auf etwa 5 % gesenkt ist.

Die Entscheidung, ob eine DNA-Analyse durchgeführt werden soll und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind, sollte daher intensiv durchdacht und mit der Familie besprochen werden. Darüber hinaus gibt es bundesweit Beratungszentren, die Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen und Sie ausführlich beraten. Eine Zusammenstellung der Adressen finden Sie auf den Seiten der Deutschen Krebshilfe.

 

Gehöre ich einer Brustkrebsfamilie an?
Eine Antwort darauf, ob Sie einer Brustkrebsfamilie angehören, kann mit abschließender Sicherheit nur ein Gentest erbringen. Dennoch gibt es verschiedene Indizien, die auf ein Brustkrebsgen in Ihrer Familie hinweisen:

Sollte eines der Kriterien bei Ihnen zutreffen, wenden Sie sich bitte an Ihren Gynäkologen sowie eines der spezialisierten Beratungszentren für familiären Brustkrebs.

Dies sind die aktuellen Einschlusskriterien für einen Gentest (Stand November 2011). Sofern Sie dazu Fragen haben, rufen Sie uns bitte an, hier finden Sie die Telefonnummern.

 

 

10. Senologietag

am 20.1.2018 im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen

Infos auf unserer neuen Website www.brustzentrum-re.de (zurzeit im Aufbau)

Unsere Mamma Care Trainerinnen bieten wieder neue Kurse an! Infos dazu finden Sie unter Über uns - Aktuelles.