Wodurch entsteht Brustkrebs?

Es ist bisher nicht bekannt, wodurch die Enstehung von Brustkrebs ausgelöst wird. Nur wenige Frauen haben ein genetisch bedingt höheres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Verschiedene Faktoren können das individuelle Risiko zwar erhöhen, ein sicherer Auslöser der Krankheit ist jedoch nicht nachweisbar. Brustkrebs entsteht aus einer einzelnen entarteten Zelle im Drüsengewebe der Brust Warum eine gesunde Zelle zu einer Krebszelle wird, ist eine bisweilen ungelöste Frage der Forschung.

 

Welche Risikofaktoren gibt es?
Für lediglich rund 5 bis 10 Prozent aller Brustkrebsfälle kann eine vererbte genetische Veränderung verantwortlich gemacht werden. Ein erheblich höheres Risiko, dass Sie selbst an Brustkrebs erkranken besteht etwa dann, wenn bereits Ihre Mutter oder Schwester von der Krankheit betroffen waren. Informationen dazu finden Sie auf dieser Seite.

Andere Faktoren können die persönliche Lebensweise, hormonelle Bedingungen oder Umwelteinflüsse sein. Viel Alkohol, Rauchen oder starkes Übergewicht wirken sich auf die Gesundheit aus und können so auch die Entstehung von Krebs fördern. Frauen, die bereits früh ihre Monatsblutung bekommen haben (vor dem 11. Lebensjahr), erst spät in die Wechseljahre gekommen sind (nach dem 55. Lebensjahr) oder keine Kinder haben, verfügen ebenfalls über ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Doch auch wenn mehrere dieser Faktoren für Sie zutreffen, sollten Sie nicht beunruhigt sein. Faktoren wie etwa Ihre Lebensweise können Sie selbst beeinflussen. Beobachten Sie darüber hinaus Ihren Körper und gehen Sie zu den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, damit Veränderungen in der Brust früh erkannt und gegebenenfalls frühzeitig behandelt werden können.

 

Welche Möglichkeiten zur Vorsorge gibt es?
Eine wichtige Methode zur Brustkrebsvorsorge ist die Selbstuntersuchung. Tasten Sie einmal im Monat (etwa 8 Tage nach der Regelblutung, wenn das Brustgewebe weich ist) sorgfältig Ihre Brust ab und achten Sie dabei auf mögliche Veränderungen. Eine genaue Anleitung haben wir hier für Sie zusammengestellt. Wenn Sie etwas Ungewöhnliches feststellen, sprechen Sie darüber mit uns.

Ergänzend dazu sollten Sie auf jeden Fall an der jährlichen Vorsorgeuntersuchung des BrustZentrum Kreis Recklinghausen teilnehmen. Sie ist für alle Frauen ab dem 20. Lebensjahr kostenlos. Der Arzt ist in der Lage, gute von bösartigen Knoten zu unterscheiden und kann im Zweifelsfall eine zusätzliche Mammographie anordnen.

Frauen ab dem 50. Lebensjahr haben schließlich die Möglichkeit, an einem Mammographie-Screening teilzunehmen.

 

Auf welche Symptome muss ich achten?
Es gibt mehrere Symptome, die auf Brustkrebs hindeuten. Achten Sie bei der Selbstuntersuchung vor allem auf Knoten und Verhärtungen in der Brust sowie vergrößerte Lymphknoten in den Achselhöhlen. Veränderungen der Größe und Form der Brust, Rötungen, Einziehungen oder Wölbungen der Haut sowie Absonderungen der Brustwarze können ebenfalls Anzeichen einer Krebserkrankung sein. Wenden Sie sich an das BrustZentrum Kreis Recklinghausen, wenn Sie eine oder mehrere solcher Veränderungen feststellen!

 

Wie wird die Diagnose erstellt?
Haben wir bei der Untersuchung einen Knoten festgestellt, der nicht eindeutig als gutartig einzustufen ist, wird in der Regel eine Mammographie durchgeführt. Bei dieser speziellen Röntgenuntersuchung der Brust werden selbst kleinste Veränderungen sichtbar. Ergänzend dazu kann eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Weitere Verfahren zur Diagnose von Brustkrebs, die jedoch eher selten Anwendung finden, sind die Kernspintomographie, die Computertomographie und die Szintigraphie.

Eine eindeutige Diagnose ist oft erst durch eine Gewebeentnahme (Biopsie) möglich. Je nach Lage der Knoten kommen hierbei unterschiedliche Methoden zum Einsatz.

 

Ist Brustkrebs heilbar?
Brustkrebs ist heute zu über 90% heilbar, wenn er im Frühstadium entdeckt wird, d.h. wenn noch keine Tumorzellen in andere Bereiche des Körpers gelangt sind.

 

Wie wird Brustkrebs behandelt?
Es gibt keine für alle Frauen einheitliche Vorgehensweise. Je nach Ihrem Lebensalter sowie der Größe und Lage des Tumors stellen wir einen individuellen Behandlungsplan für Sie zusammen. Fast immer jedoch kommt eine Operation auf Sie zu, bei der das Tumorgewebe aus der Brust entfernt wird. Dabei werden auch einige Lymphknoten unter der Achsel entnommen, um das weitere Vorgehen zu planen.

Im Anschluss an die Operation folgt in der Regel eine Bestrahlung der betroffenen Brust mit einer zusätzlichen Chemo- oder Hormontherapie. Bei Patientinnen, in deren Lymphknoten keine Tumorzellen gefunden wurden, kann auf die Bestrahlung oftmals verzichtet werden.

 

Bleibt meine Brust bei der Operation erhalten?
Bei den meisten Patientinnen ist es heute möglich brusterhaltend zu operieren. Bei der Operation wird lediglich der Tumor sowie das umgebende Gewebe im Abstand von 0,5-1 Zentimetern entfernt. Nur wenn diese Methode nicht möglich oder wenig erfolgsversprechend ist, muss eine Mastektomie (Entfernung der ganzen Brust) durchgeführt werden. Das ist etwa dann der Fall, wenn der Tumor bereits zu groß ist und beispielsweise schon Teile der Haut angegriffen hat. Es besteht jedoch die Möglichkeit, bereits in derselben Operation aber auch noch später einen Wiederaufbau der Brust vorzunehmen. Details dazu finden Sie im Abschnitt Operative Therapieverfahren.

 

Was ist eine Strahlentherapie? Gibt es Nebenwirkungen?
Bei der Strahlentherapie wird der Tumor gezielt mit bestimmten Röntgenstrahlen behandelt. Ziel ist es, die erkrankten Zellen zu zerstören und dadurch den Krebs zu entfernen oder zu verkleinern. Nach der brusterhaltenden Operation bestrahlen wir im Rahmen einer adjuvanten Strahlentherapie die Brust routinemäßig, um vereinzelte Tumorzellen zu zerstören, die sich noch in der Brust befinden können. In Studien wurde nachgewiesen, dass das Risiko, einen Rückfall zu erleiden, nach brusterhaltender Therapie ohne Bestrahlung um 80% höher ist.

Wenn ein Brustkrebs bei seiner Entdeckung bereits relativ groß ist, kann es auch sein, dass wir Sie schon vor der Operation strahlentherapeutisch behandeln. Das Ziel ist es dann, den Tumor so zu verkleinern, dass wir eine brusterhaltende Operation durchführen können.

Da die Bestrahlung nur örtlich begrenzt auf den Tumor erfolgt, wird sie von den Patientinnen in der Regel gut vertragen. In der Regel treten an der bestrahlten Stelle lediglich Rötungen der Haut sowie Schwellungen der Brust oder ein Wärmegefühl auf. Bisweilen kommt es zu einer Entzündung der Haut, vergleichbar mit einem Sonnenbrand, sowie vereinzelt zu Schuppung und Pigmentierung. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Strahlentherapie.

 

Was ist eine Chemotherapie? Gibt es Nebenwirkungen?
Die Chemotherapie ist eine Behandlungsform, bei der spezielle Medikamente eingesetzt werden, welche die Krebszellen zerstören sowie deren Zellwachstum hemmen. Sie wird in Zyklen durchgeführt, d.h. Behandlungsphasen und -pausen wechseln sich ab, damit der Körper sich erholen kann. Wie lange die Behandlung andauert, hängt von der Art des Tumors ab und wie gut er auf die Medikamente anspricht. Eine Chemotherapie kann sowohl in Tablettenform als auch als Infusion erfolgen.

In den meisten Fällen folgt eine Chemotherapie im Anschluss an eine Operation, man spricht dann von einer adjuvanten Chemotherapie. Ziel ist es, die Bildung von Metastasen im Körper zu verhindern und die Gefahr eines Rückfalls der Patientin zu verringern. Bestehen bereits Metastasen in anderen Körperregionen, die weder durch eine Operation noch mittels einer Strahlentherapie wirksam bekämpft werden können, wird die Chemotherapie angewendet, um den Verlauf der Erkrankung zu bremsen. Man spricht dann von einer palliativen Therapie, d.h. einer lindernden Chemotherapie.

Manchmal wird eine Chemotherapie bereits vor der Operation durchgeführt. Diese sogenannte neoadjuvante Therapie dient dazu, den bösartigen Knoten in der Brust zu verkleinern, damit eine brusterhaltende Operation möglich ist.

Es gibt verschiedene Nebenwirkungen der Chemotherapie, die bei den Patientinnen in unterschiedlichem Maße auftreten können. Zumeist handelt es sich hierbei um Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Bauchschmerzen. Oft kommt es auch zu Haarausfall, anhaltender Erschöpfung und Müdigkeit sowie Gefühlsstörungen an Händen und Füßen.

 

Was ist eine Hormontherapie? Gibt es Nebenwirkungen?
In den meisten Fällen weisen Brustkrebszellen Hormonrezeptoren auf, d.h. das weibliche Geschlechtshormon Östrogen regt die Krebszellen zum Wachstum an. Eine Hormontherapie entzieht dem Tumor diese Hormone, damit sein Wachstum aufhört bzw. gebremst wird. Dazu gibt es zwei Methoden: Sie erhalten entweder Medikamente, die die Hormonrezeptoren blockieren, so genannte Anti-Hormone, damit die Zelle Östrogen nicht mehr aufnehmen kann, oder solche, die die körpereigene Produktion von Östrogen unterdrücken. Welche Variante für Sie in Frage kommt, hängt von Ihrem Alter ab, genauer gesagt davon, ob Ihre Menopause bereits eingetreten ist.

Eine Hormonbehandlung ist in der Regel, im Vergleich zu einer Chemotherapie, besser verträglich, aber auch nicht nebenwirkungsfrei. Frauen vor den Wechseljahren müssen als Folge des Östrogenentzugs oft mit typischen Wechseljahresbeschwerden rechnen, wie etwa einem Ausbleiben der Regel, Hitzewallungen, Schwitzen oder Schlafstörungen sowie depressiven Verstimmungen. Gewichtszunahme ist ebenfalls nicht selten. Manche Frauen klagen auch über Störungen des Gedächtnisses und der Konzentration. Zudem kann es durch den Östrogenentzug zu Osteoporose kommen, der sich jedoch medikamentös entgegenwirken lässt.

 

Gibt es weitere Therapieverfahren?
Seit einigen Jahren gibt es die Antikörpertherapie, die bei etwa 25-30 % der Brustkrebsfälle möglich ist. Diese Tumore verfügen über einen HER2-Rezeptor, der das Wachstum beschleunigt und den Krebs daher sehr aggressiv macht. Die Antikörpertherapie blockiert diese Rezeptoren, so dass der Tumor nicht mehr wachsen kann.

Die Immuntherapie ist eine weitere moderne Methode zur Krebsbekämpfung. Ziel dieser Therapie ist es, das körpereigene Abwehrsystem so zu stärken, dass es Tumorzellen noch aggressiver angreift und ihre Ausbreitung im Körper eindämmt.

 

Was passiert nach der Behandlung?
Etwa zwei Drittel der Brustkrebspatientinnen sind nach der Ende der ersten Therapie als geheilt anzusehen. Dennoch kann ein Krebs auch nach Jahren noch wieder auftreten. Aus diesem Grund kommt der Tumornachsorge eine wichtige Rolle bei der Krebstherapie zu. Patientinnen müssen nach der Behandlung mindestens zehn Jahre lang regelmäßig an Nachsorgeuntersuchungen teilnehmen, um Rückfälle oder die Bildung von Metastasen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Viele Patientinnen brauchen direkt nach einer Behandlung zunächst nur Ruhe und Erholung. Meist genügt dann ein Urlaub oder ein Aufenthalt in einer Kurklinik. Wenn es jedoch gilt, Probleme aufzuarbeiten oder wenn Sie medizinischen oder anderen fachlichen Rat und Hilfe brauchen, ist der Aufenthalt in einer Tumornachsorge- bzw. Rehabilitationsklinik eine gute Möglichkeit für Sie. Informationen dazu haben wir im Abschnitt Rehabilitation für Sie zusammengestellt.

Für viele Patientinnen stellen die Diagnose Brustkrebs und die anschließende Behandlung eine hohe psychische Belastung dar. Es ist daher ratsam, sich zur Aufarbeitung mit anderen Betroffenen auszutauschen oder gezielte therapeutische Begleitung durch speziell geschulte Psycho-Onkologen in Anspruch zu nehmen. Adressen und Ansprechpartner finden Sie auf der Seite Psychoonkologische Betreuung.

Für das persönliche Wohlbefinden sind außerdem Sport und eine richtige Ernährung von großer Bedeutung. Sportliche Betätigung kann Ihre Genesung fördern und Ihre allgemeine körperliche Fitness verbessern. Eine gesunde Ernährung kann zudem Ihr Immunsystem stärken. Tipps und Ratschläge finden Sie in den Abschnitten Sport und Ernährung.

10. Senologietag

am 20.1.2018 im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen

Infos auf unserer neuen Website www.brustzentrum-re.de (zurzeit im Aufbau)

Unsere Mamma Care Trainerinnen bieten wieder neue Kurse an! Infos dazu finden Sie unter Über uns - Aktuelles.